DichtKunst

Mondnacht

Mondnacht Es war, als hätt’ der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müßt‘. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis’ die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge

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Das fremde Lächeln

Das fremde Lächeln Mich hält ein leises Lächeln gebannt. Es hing Ganz licht und lose am Lippenrand Einer schönen Frau, die vorüberging. Die fremde Frau war schön und schlank, Und fühlte ich gleich, es zielte ihr Gang In mein Leben. Und dies Lächeln, das ich in Glut und Scham Von ihren zartblassen Lippen nahm, Hat

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Der dunkle Falter

Der dunkle Falter Noch glüht, umwölkt von kühlen Abendrosen, Vor mir die Heimat. Doch mein Herz erbebt Vom Sehnsuchtslied der ewig Heimatlosen Und fühlt den Schmerz, den es doch nie erlebt. Wie eine milde, traurig–süße Mahnung Umfängt mich dieses fremde Bruderleid. Früh flügelt schon der dunkle Falter Ahnung Über die Gärten meiner Jugendzeit. So deutungsvoll

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Seepferdchen und Flugfische

Seepferdchen und Flugfische tressli bessli nebogen leila flusch kata ballubasch zack hitti zopp zack hitti zopp hitti betzli betzli prusch kata ballubasch fasch kitti bimm zitti kitillabi billabi billabi zikko di zakkobam fisch kitti bisch bumbalo bumbalo bumbalo bambo zitti kitillabi zack hitti zopp tressli bessli nebogen grügü blaulala violabimini bisch violabimini bimini bimini fusch

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Der Berg

Der Berg Sechsunddreißig Mal und hundert Mal hat der Maler jenen Berg geschrieben, weggerissen, wieder hingetrieben (sechsunddreißig Mal und hundert Mal) zu dem unbegreiflichen Vulkane, selig, voll Versuchung, ohne Rat, – während der mit Umriss Angetane seiner Herrlichkeit nicht Einhalt tat: tausendmal aus allen Tagen tauchend, Nächte ohne gleichen von sich ab fallen lassend, alle

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Im Park

Im Park Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum still und verklärt wie im Traum. Das war des Nachts elf Uhr zwei. Und dann kam ich um vier Morgens wieder vorbei. Und da träumte noch immer das Tier. Nun schlich ich mich leise – ich atmete kaum – Gegen den Wind an den

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Selige Sehnsucht

Selige Sehnsucht Sagt es niemand, nur den Weisen, Weil die Menge gleich verhöhnet, Das Lebend’ge will ich preisen, Das nach Flammentod sich sehnet. In der Liebesnächte Kühlung, Die dich zeugte, wo du zeugtest, Überfällt dich fremde Fühlung, Wenn die stille Kerze leuchtet. Nicht mehr bleibest du umfangen In der Finsternis Beschattung, Und dich reißet neu

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Der Lattenzaun

Der Lattenzaun Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da— und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus, der Zaun indessen stand ganz dumm, mit Latten ohne was herum. Ein Anblick gräßlich und gemein. Drum zog ihn der Senat auch ein. Der

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Auf eine Tote

Auf eine Tote Ha! dieser Reize reicher Überfluß ist schon so frühe in den Staub gesunken! Es hat der kalte Tod mit seinem Kuß schon deiner Seele heißen Wein getrunken! Noch ein Mal seh‘ ich diesen Körper an, halb voll Bewunderung, halb voll stummer Rührung, den die Natur verschwenderisch angetan mit jeder Schönheit weiblicher Verführung.

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